Monte Grappa – Auf dem Schnapsberg

English Text below the gallery.

Am letzten Tag meines Aufenthaltes in Italien, sah es mal nach schönem Wetter aus, also ging es hoch auf den Monte Grappa – oder auch Schnapsberg, wie ich ihn immer genannt habe. Gemütlich. Mit dem Auto. 30 km bei einem leichten Anstieg und um viele Kurven rum. Unterwegs überholten wir auch entsprechend viele Fahrradfahrer.

Auf dem Monte Grappa kann man dann einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Berge geniessen. Dies ist allerdings nicht die Hauptsehenswürdigkeit. Sondern vielmehr ist dies das Denkmal, welches man für die im 1. Weltkrieg gefallenen errichtet hat. Dabei gibt es einen österreich-ungarischen Teil, wo die Gefallenen dieser Seite liegen, und einen viel grösseren und bombastischeren italienischen Teil.

On the last day of my trip to Northern Italy we went to Mount Grappa. As I alway called it „The Schnapps Mountain“. To get there has been very comfortable, since there is a road which is winding up the mountain. A 30 kilometers long, only slightly rising and with a lot of curves and serpentines. It seems to be great for cycling. Since we have seen a lot of people cycling up this road.

Up on the mountain one can enjoy a fantastic view on the mountains in the region. But, this is not the main attraction on mount grappa. After the first world war they built a big monument up there for the soldiers killed in action. One, not so big part, for the ones from the Austrian-Hungarian empire, and a much bigger and more bombastic parts for the italian ones.

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Verona

Über Verona möchte ich gar nicht viel sagen. Die Bilder sprechen eigentlich für sich.

Die Highlights in Verona sind ganz klar die Arena und der Balkon von der Julia. Die Arena war leider nur von aussen ein Highlight. Für die 6 Euro Eintritt hat man dann kaum etwas gesehen. Entweder waren die Bereiche abgesperrt, oder es stand ein Eisengestell mit Stühlen, für die abendliche Vorstellung der Aida drauf. Meiner Meinung nach, definitiv keine 6 Euro wert.

Der Balkon der Julia hingegen konnte man (zumindest von aussen) gratis besichtigen. Allerdings war es total voll. Wie man auch auf dem einen Foto sehen kann. Und dauernd standen irgendwelche Leute auf dem Balkon, die für ein Foto posierten. Man müsste also einfach mit der Kamera auf der Lauer liegen, warten, und sofort abdrücken, sobald der Balkon mal kurzzeitig leer war.

Ansonsten gefiel mir Verona sehr gut. Ich werde sicher nochmals wieder kommen. Dann aber nicht zur Hauptsaison, und wenn, werde ich auch ein Hotel in der Stadt nehmen und früh aufstehen, in der Hoffnung, dass die Stadt dann einigermassen leer ist. Für meinen Geschmack hatte es einfach zu viele Leute.

Blogparade: Reiseplanung: Mit oder ohne Reiseführer?

Ulrike vom Bambooblog hat gestern zur Blog-Parade aufgerufen. Und da ich oft reise, und immer mit Reiseführer, mache ich da doch gleich mit.

Dann beantworte ich doch zuerst mal ihre Fragen:

Schafft Ihr Euch noch Reiseführer in Buchform an? Oder als eBook?
Buchform. „Normale“ Bücher kaufe ich als eBook. Aber Reiseführer immer als Buch. Da muss man hin- und her blättern können, und ich muss auch die Möglichkeit haben, mal was reinzuschreiben. Oder irgendwas auf einem Stadtplan da drin zu markieren. Seiten mit Eselsohren versehen… Definitiv Buch. Was anderes käme hier für mich NIE!!! in Frage.

Informiert Ihr Euch auch oder ausschließlich im Internet?
Auch über Internet. Da ich mir immer den Lonely Planet habe, und der erfahrungsgemäss sehr wenig Bilder enthält, google ich ganz gerne Bilder meiner Reiseziele. Das kann ich sogar stundenlang tun. Ebenfalls lese ich gerne in Reiseblogs Berichte über das jeweilige Land. Und bevor ich mich für ein Land entscheide, und den Reiseführer bestelle, schaue ich mir auf dem Internet immer das Klima und das Wetter des Landes an. Denn bevor ich den Reiseführer kaufe, entscheide ich mich jeweils für ein Ziel, und wann es dahingehen soll, damit ich den Urlaub mal beantragen kann. Kann da leider nicht sicher sein, dass ich den immer so bewilligt kriege, wie ich es gerne hätte.

Was muss ein guter Reiseführer Eurer Meinung nach unbedingt enthalten?
Einen Abschnitt über die Geschichte des Landes, Kultur, eine Bilder. Dann einen Teil mit den wichtigen Informationen (Währung, Visa, Öffentliche Verkehrsmittel, Sicherheittipps, evtl. speziell nochmals für Frauen, …). Und natürlich Beschreibungen der „Sehenswürdigkeiten“. Am liebsten nach Regionen gegliedert. Im Prinzip all das, was der Lonely Planet enthält, plus etwas mehr Bilder, als dieser es tut.

Gibt es ein Erlebnis, in dem Euer Reiseführer (also das Buch, nicht der Mensch 😉 ) eine Rolle spielte? Erzählt davon!
Ja, gibt es. Es ist aber nicht so, dass mich der Inhalt des Reiseführers irgendwohin geführt hat oder so was. Nein, eher so, dass das Lesen im Reiseführer mir geholfen hat, mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Und zwar gleich zwei Mal. Beide Male im Flugzeug.
Das erste Mal war im Flugzeug von Zürich nach Malaga. Neben mir sass eine spanische Austauschstudentin auf dem Weg in ihre Heimat. Wo ich zu lesen begann, hat sie nur kurz rüber geschaut. Danach kam die Stewardess, und irgendwie bestellten wir beide Wein. Kurz angestossen, und da hat sie mich direkt auf die (dank Reiseführer) offensichtliche Tatsache angesprochen, dass ich Touristin bin. Ich hatte dann einen sehr netten Flug und war mit vielen guten Tipps über die Region Malaga ausgestattet.
Das zweite Mal war ebenfalls im Flieger. Dieses Mal nach China, und neben mir sass ein Deutscher, der beruflich oft in Shanghai war/ist. Auch dieses mal war er beruflich unterwegs. Ins Gespräch kamen wir, weil ich meinen Lonely Planet auf Seite 1 aufschlug, und zu lesen begann. „Da haben sie aber noch viel vor sich“. Ich da drauf: „Ja, und ich werde es nicht schaffen.“ Auch dieses Mal kam ich dann mit vielen guten Tipps ausgestattet an (beim Reiseführer war ich allerdings immer noch auf Seite 1).

Generell kann ich sagen, dass ich nie auf einen Reiseführer verzichten würde. Bei grösseren Reisen immer Lonely Planet. Also, nicht immer. Ich habe die gängigen Reihen alle durchprobiert. Aber mit keinem war ich so zufrieden wie mit dem Lonely Planet, so dass es nun immer dieser wird. Bei Städtetripps allerdings lieber etwas kleineres und leichteres. Da gehe ich meistens in die Buchhandlung zum Stöbern.

Marostica

Am Nachmittag meines ersten Tages in Italien zeigte sich nach einem Vormittag mit starken Regenschauern dann doch noch kurz die Sonne. Dies war für uns Grund genug, nochmals das sichere und trockene Ferienhaus zu verlassen und Marostica zu besichtigen.

Marostica ist gemäss meiner Taufpatin vor allem für das lebende Schachspiel bekannt. Einmal im Jahr gibt es dort ein Schachspiel mit lebenden Figuren. Das Schachbrett ist auch entsprechend gross. In dem einen Stadttor hingen auch Fotos davon. Der König und die Königin haben jeweils zwei Schleppenträger bei sich, und das Pferd ist wirklich ein Pferd, also, ein echtes. Ebenfalls sind die „Spieler“ entsprechend kostümiert. Wer sich mehr dafür interessiert, kann darüber was auf Wikipedia nachlesen.

Wir selber waren allerdings einfach so die Stadt besichtigen. Der alte Stadtkern ist von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben. Die Stadtmauer umgibt allerdings nicht nur den Stadtkern selbst, sondern geht hoch bis zu einer Burg, welche auf dem benachbarten Hügel steht. Von der Burg ist heute allerdings nur noch eine Ruine übrig.

Da die Stadt selber allerdings sehr klein ist, hat man sie entsprechend schnell besichtigt. Für mich haben 1.5h völlig ausgereicht. Wer es gerne etwas gemütlicher nimmt, oder Museen mag, kann sich aber bestimmt auch länger gut beschäftigen. Am Hauptplatz hätte es jedenfalls viele nette Kaffees gehabt. Allerdings sah es trotz kurzzeitigem Sonnenschein immer so aus, als ob es sofort wieder regnen könnte, weswegen wir keinen Kaffee trinken gingen.

Bassano del Grappa

Dieses Wochenende war ich in Norditalien. Genauer gesagt, in Campolongo sul Brenta. Dort hat der Freund meiner Taufpatin ein Ferienhaus, d.h. er ist sogar dort aufgewachsen, und hat das Haus seiner Grosstante geerbt und gemeinsam mit seiner Schwester und seinem Papa zum Ferienhaus ausgebaut. Da meine Taufpatin und er zur Zeit dort in Urlaub sind, nach ich dies zum Anlass, ein langes Wochenende bei ihnen in Norditalien zu verbringen.

Zu Campolongo selber gibt es nicht viel zu erzählen. Vor meiner Reise habe ich immer allen erzählt, dass ich ins „Kaff in Norditalien“ fahre. Und genau das ist Campolongo auch. Allerdings ein hübsches Kaff. Aus meinem Reisetagebuch hierzu:

Das „Kaff“ ist allerdings ganz hübsch gelegen. In einem kleinem Tal am Fluss, der Brenda. Der Dorfkern besteht aus einer hübschen kleinen Kirche mit zwei Türmen und Glockenspiel – dieses hört man jeweils um 7 Uhr und 19 Uhr. Da das Ferienhaus nah bei der Kirche ist, werde ich morgen früh auch davon geweckt werden. Neben der Kirche besteht der Dorfkern noch aus hübschen alten Häusern. Alle schön renoviert und gepflegt. Glücklicherweise aber, ohne den alten Charme dabei zu zerstören.

Da in dem „Kaff“ selber nicht allzu viel zu sehen war, ging es also am Samstag nach Bassano del Grappa. Dies ist die nächste grosse Stadt, und am Samstag ist da jeweils Markt. Und genau da wollten wir auch hin, damit ich einige gute italienische Spezialität einkaufen konnte.

Nach dem Frühstück ging es direkt nach Bassano del Grappa. Eigentlich mit dem Ziel, auf den Markt zu gehen und ein paar italienische Spezialitäten einzukaufen. Inzwischen wurde allerdings aus dem Tröpfeln beim Joggen ein ein starker Regenschauer und vom Markt war nicht mehr viel übrig. Die sind wohl alle ins Trockene geflohen.
Bassano ist eigentlich eine sehr hübsche Stadt. Ähnlich wie das Kaff, nur in gross. Deswegen habe ich trotzdem versuch, ein paar Bilder zu machen. Allerdings ist das gar nicht so einfach. Man will ja kein Wasser auf der Linse und gleichzeitig keinen Regenschirm im Bild.

Einige der Fotos von meinem Versuch findet ihr übrigens unten in der Galerie. So tragisch war es also nicht 🙂

Aufgrund des starken Regens, wurde dann das Programm geändert, und wir wärmten uns zuerst bei einem feinen Cappuccino (es war noch am Vormittag – somit also in Ordnung) auf, und gingen danach in diverse Museen:

Mangels Alternativen ging es dann ins Alpine Museum. Dieses befindet sich im Keller eines Kaffees. Dort gab es dann zum Aufwärmen zuerst mal einen Cappuccino und danach ging es für 1 Euro Eintritt ab in den Keller. Für diesen Euro gab es auch noch einen Audio-Guide. Allerdings nur auf Italienisch. Auch die Beschriftungen waren italienisch. Ganz selten, so zwischendurch ml, war etwas auf Deutsch oder Englisch beschriftet. Ich hatte ja zum Glück meine persönlichen Übersetzer dabei, war also alles kein Problem. Das Museum entpuppte sich dann allerdings eher als Kriegsmuseum. Hauptsächlich ging es dabei um die beiden Weltkriege, bezogen auf die alpine Grenze zwischen Italien und Österreich. Vor allem bezogen auf die Grenze nahe der Region. Alles in allem aber trotzdem sehr spannend. Und es war vor allem trocken.

„Die“ Sehenswürdigkeit der Stadt ist eine Holzbrücke, welche über den Fluss führt:

Direkt neben dem Museum befindet sich die alte Holzbrücke über den Fluss. Diese hat mich allerdings nicht so beeindruckt. Wenn man in Luzern aufgewachsen ist, ist man bezüglich Holzbrücken wohl einfach etwas verwöhnt. Allerdings sind sie in Bassano sehr stolz auf die Brücke. Ebenfalls war sie rundherum mit der italienischen Flagge dekoriert.

Über diese Holzbrücke gingen wir dann noch in ein zweites Museum:

Über besagte Holzbrücke ging es dann zum zweiten Museum. Dem Grappa-Museum. Eintritt frei. Dafür war der Shop aber etwa gleich gross, wie das Museum selber :D.

Danach war es dann aber schon bald Mittag. Deswegen Zeit für einen Aperitif. Hier wurde mir angekündigt, dass wir in eine typisch italienische Bar gehen, wo sich nur Einheimische befinden. So war es dann auch. Bestellt wurde auch gleich für mich:

Nach dem Grappa-Museum war dann aber erst mal der gemütliche Teil angesagt. Aperitif. Hierzu ging es in eine typisch italienische Bar, direkt neben der Holzbrücke. Drinnen sassen alle mit dem gleichen Getränk. Mezzo Mezzo. Keine Ahnung, was drin war, aber es war gut. Die Bar selber war sehr dunkel und sehr rustikal. Es sassen – ausser mir – auch nur Italiener drin. Ein Vorteil, wenn man mit Quasi-Einheimischen unterwegs ist. Ich war jedenfalls die einzige mit Kamera. Von der Bar hatte man durchs Fenster durch auch noch mal einen tollen Blick auf die Brücke. Ich also: Fenster auf, und aus der sicheren und trockenen Bar gleich nochmals Fotos gemacht.

Auf dem nach Hause weg, fanden wir dann sogar nochmals einige Marktstände. Ich konnte also immerhin noch italienischen Käse kaufen 🙂

Da es dann am Nachmittag aufhörte zu regnen, wagten wir uns nochmals nach Bassano. Allerdings war am Nachmittag die Stadt dann so voll mit Touristen, dass wieder nix mit Fotografieren war. Für mich waren die Regenfotos jedenfalls die bessere Alternative.

 

Machu Picchu

Mein letzter Reisebericht war ja über den Inka-Trail. Und wie der aufmerksame Leser sicherlich mitgekriegt hat, ist das Ziel des Trails Machu Picchu. Und darüber möchte ich heute berichten.

Bereits auf dem Trail konnten wir am letzten Tag noch einen Blick auf Machu Picchu erhaschen. Dies war vom Sun Gate aus, wo man die ganze Anlage wunderbar überblicken kann. Auch Tagestouristen können hier hochwandern, allerdings wird es wohl ziemlich anstrengend sein. Jedenfalls gab es da oben nicht allzu viele Leute, weswegen wir da ca. 1 Stunde Pause machten, warteten, bis sich der Nebel komplett verzog, und einfach die Ruhe genossen. Die Ruhe vor dem Sturm. Nur war mir das damals leider nicht bewusst. Sonst hätte ich es noch mehr genossen…

Anschliessend ans Sun Gate gab es einen einstündigen Abstieg zu Machu Picchu. Theoretisch das Highlight der Reise, für mich aber leider nicht 😦 Versteht mich jetzt nicht falsch. Machu Picchu ist absolut sehenswert! Und die ganze Anlage war absolut eindrücklich. Mein Problem waren viel eher die anderen Touristen. Nun ist man 4 Tage lang am Wandern, hat seine Ruhe, kann auch mal einen Teil des Trails ganz alleine gehen, ohne irgendwelche andere Menschen zu sehen. Und dann kommt man in Machu Picchu an, wo sich täglich 2000 Touristen tummeln. Für mich war das zuerst mal ein Riesenschock. Und dann gleich zu Beginn der erste Ärger: Wir stellen uns brav an, um das berühmte Foto zu machen. Und dann drängelt sich doch eine spanische Touristengruppe einfach vor. Zum Glück haben unsere Guides deren ihr Guide gleich zurechtgewiesen und nach hinten verbannt. Boah, aber da war bei mir echt schon fast alles vorbei. Nix wie raus, war mein einziger Gedanke.

Der Wunsch wurde uns auch erfüllt. Zuerst ging es nochmals raus, weil die Klos nur draussen sind. Wir haben draussen eine wunderbare Pause gemacht, das erste Mal nach vier Tagen wieder ein richtiges Klo genossen, und ein völlig überteuertes Bier getrunken. Ja, vormittags. Aber das musste sein. Und so gut hat noch nie ein Bier geschmeckt.

Dabei haben wir auch festgestellt, dass wir alle diesen „Ui, andere Menschen“-Schock gekriegt haben. Immerhin ging es also nicht nur mir so.

Etwas erholt, ging es dann wieder rein, zwecks Besichtigung. Und so im erholten Zustand waren auch die Menschenmassen etwas erträglicher. So viele waren es ja gar nicht. Als normaler Tourist hätte ich es ja eigentlich als angenehm empfunden. Aber naja… Wenn man sich ans alleine sein gewöhnt hat.

Die Anlage selbst lässt sich gar nicht in Worte fassen. Ich jedenfalls fand es super interessant. Eine Besichtigung von Machu Picchu gehört zu einer Peru-Reise einfach dazu. Ich hatte ja auch die Befürchtung, dass es mich nach Mexiko langweilen könnte. Aber nichts da: Die Inkas haben ganz anders gebaut, als die Azteken und Mayas. Und vor allem war es viel grösser. Aber seht selbst. Ich glaube, Bilder zeigen die Schönheit von Machu Picchu besser auf, als irgendwelche Worte.

Inka-Trail

Der Inka-Trail. Für mich das Highlight meiner Peru-Reise. Und auch der Grund, warum ich bereits über ein halbes Jahr im Voraus die Reise geplant und gebucht habe. Auf dem Inka-Trail dürfen täglich nur 500 Leute losmarschieren, wovon ca. 300 Porter und Guides sind, bleiben also nur 200 Plätze für die Touristen übrig. D.h. man muss wirklich rechtzeitig planen.

Der Inka-Trail wurde dann auch tatsächlich zum Höhepunkt der Reise. Unsere Guides waren topmotiviert und konnten auch mit fundiertem Wissen über die ganzen Ruinen unterwegs glänzen. Ebenfalls sahen sie die kleinsten Orchideen am Wegesrand und wiesen uns darauf hin. Sie waren extrem bemüht darum, dass jeder von uns ein tolles Erlebnis hatte.

Die Porter waren auch extrem freundlich und zuvorkommend. Bei erreichen des Campingplatzes wurden wir jedesmal mit Applaus empfangen. Allerdings hat mich da einiges erschreckt. Nicht bei unseren, sondern bei anderen. Die waren teilweise leider wirklich in absolut miserabler Ausrüstung unterwegs. Wir haben dann unsere Guides darauf angesprochen. Einige der Porter hätten nicht mal einen Schlafsack (und das bei Minusgraden nachts). Für mein Gewissen aber, hatte ich zum Glück bei einer Gesellschaft gebucht, welche die Porter komplett mit Kleidung ausstattet, und auch jedem von ihnen einen Schlafsack zur Verfügung stellt. So ausgestattet waren die unsrigen dann auch leicht erkennbar 😉 Trugen ja alle das gleiche Outfit.

Die Campingplätze waren dafür so naja… Also, die Zelte etc. waren natürlich spitze. Aber die öffentlichen Klos dort… Ich sage dazu nur: Der Busch war besser.

Die Temperaturen waren auch überraschend angenehm. Ich habe ja extra im Juni gebucht, weil Trockenzeit, dafür aber Winter. Ich dachte mir allerdings, lieber 0 Grad und trocken, als 6 Grad und nass. Tagsüber hatten wir aber bis zu 25 Grad bei Sonnenschein. Nachts wurde es durchaus kalt. Allerdings waren die gemieteten Schlafsäcke wirklich sehr warm und in Kombination mit Thermo-Unterwäsche habe ich nie gefroren.

Der Weg selber: Hierzu möchte ich nicht allzu viel sagen. Schaut euch einfach die Bilder an. Es lässt sich auch sehr schwierig beschreiben, was man unterwegs so fühlt und erlebt. Für mich war es jedenfalls so, dass ich wieder etwas besser zu mir gefunden habe, und ruhiger wurde. Und mich komplett von meinem „Fast-Burn-Out“ vor dem Urlaub erholt habe.

Vielleicht fragt sich jetzt der eine oder andere noch: Wie fit muss man sein? Ich kann euch beruhigen. Nicht allzu sehr. Allerdings sollte man auf keinen Fall untrainiert an die Sache ran. Wir hatten leider eine ältere Frau mit dabei, die in ihrem ganzen Leben noch nie wandern war. Und auch sonst keinen Sport gemacht hatte. Zu unserem Glück hatten wir aber 3 Guides, einer ging dann mit ihr, und die anderen beiden mit uns, damit wir nicht zu lange warten mussten. Ich war als Vorbereitung auf den Trail regelmässig joggen (habe hier aber keine Höchstleistungen vollbracht – halbe Stunde und gemütlich) und bin zur Arbeit geradelt. Für mich hat das ausgereicht. Allerdings bin ich mir von der Schweiz und dem Wandern dort die Höhen schon etwas gewohnt. Die anderen hatten mehr Mühe mit der Höhe.

Ups – Keine Zeit zum Schreiben und dann vergessen

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Was ihr hier seht ist ein aktuelles Foto. Von Postkarten aus meinem letzten Urlaub. Und nein, ich habe die Postkarten nicht an mich selber geschrieben. Sondern an Freunde und Familie. Aber was machen sie dann auf meinem Küchentisch? Naja – das ist halt so dass…. sie einfach darauf warten, dass ein gewisses faules Mädchen endlich mal zum Postamt gehen würde.

Aber wie kam es dazu? Schliesslich bin ich ja seit Mitte Juni nun zurück aus Peru. Also. In Peru hatte ich schlicht und einfach irgendwie nie Zeit zum Postkarten schreiben. Irgendwie war immer etwas los. Deswegen habe ich die Karten dann erst am letzten Tag geschrieben. Da war ich nämlich noch ungefähr eine Stunde alleine im Hotel, bevor ich dann zum Flughafen musste. Und da Sonntag war, hatte nirgends ein Postamt offen. Nicht mal am Flughafen habe ich eines gefunden. In Cusco jedenfalls nicht. In Lima war dann leider keine Zeit mehr zum Suchen.

Also haben es die Karten dann mal in meinem Handgepäck nach Österreich geschafft. Und da ging es für mich direkt am ersten Morgen nach Ankunft zum Arzt. Diagnose Grippe. Also brav nach Hause und ab ins Bettchen. Nichts mit Postkarten zum Postamt bringen.

Nach 1.5 Wochen im Bett blieben sie dann mal zu Hause. Inzwischen hatte ich ja was bei Amazon bestellt, und da konnte ich ja gleich auf den Abholschein warten, und dann alles auf einmal erledigen. Tja, der Abholschein war dann auch im Briefkasten, den habe ich ich mir nicht genauer angeschaut und mal zur Seite gelegt mit dem Gedanken „mache ich am Freitag“. Am Freitag war dann was anderes im Briefkasten. Ein Zettel meiner Nachbarn, mit dem Hinweis, dass sie ja mein Paket entgegengenommen hätten, und da sie nun für eine Woche nicht zu Hause wären, mir dieses auf den Balkon gelegt haben. „Paket??? Häh??? Dazu habe ich doch den Abholschein?!? Und das wollte ich doch heute Nachmittag mal erledigen…“ Also in der Wohnung mal genauer auf den Abholschein geschaut. Da stand doch tatsächlich oben, dass der Postbote das Paket bei den Nachbarn abgegeben hat. Aha… Wer lesen würde, wäre also klar im Vorteil. Also schafften es auch da die Postkarten wieder nicht auf die Post.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass dies nun auch schon wieder fast zwei Wochen her ist… Allerdings haben die Postkarten nun in meiner Handtasche in meinem Fahrradkorb drin gaaaaanz viel Frischluft gekriegt. Seitdem habe ich sie nämlich immer mit dabei, falls ich es doch noch mal schaffen sollte 🙂 Ausser für das Foto durften sie jetzt kurz mal raus.

Und was lerne ich daraus: Nichts. Weil die Karten zu Beginn kaufen und schreiben will ich nicht. Da gibt es ja kaum etwas zu berichten. Aber vielleicht schaffen sie es beim nächsten Mal noch im Urlaubsland zur Post. Bisher hat es ja auch immer geklappt.

Peru – Homestay bei einer Inka-Familie (Teil 2)

Vor einigen Tagen habe ich bereits meinen Bericht über den 1. Tag des Homestays verfasst. Sowie dann noch mein liebstes Reisesouvenir vorgestellt, welches ein Souvenir vom Homestay ist. Nun ist es endlich an der Zeit für den zweiten Teil des Berichtes.

Die Nacht zwischen dem 1. Tag und dem 2. Tag war wieder erwarten ganz angenehm. Die Temperatur sank zwar deutlich unter die Nullgradgrenze, und das Haus war auch alles andere als isoliert. Aber die ca. 6 Wolldecken hielten warm. Waren leider aber auch entsprechend schwer. Aber ich war so müde, dass ich mir hierzu gar keine Gedanken mehr machte, sondern sofort einschlief – erdrückt von den Wolldecken. Die machten sich nur bemerkbar, als ich nachts mal aufwachte, weil ich mich umdrehen musste. Gar nicht so einfach, wenn man 6 Wolldecken auf sich liegen hat.

Morgens, vor dem Frühstück ging es dann wieder los. Unsere Schwestern waren bereits weg (Schule) und wir halfen der Mama beim Aufbauen ihres Marktstandes. Die Frauen im Dorf verkaufen einmal in der Woche ihre Handarbeiten auf einem Markt, wo dann auch einige Touristen angekarrt werden. Allerdings eher weniger. Ausser uns war nur eine 2. Gruppe da, und das waren auch nur um die 10-15 Leute.

Die Marktwaren mussten zuerst zum Stand geschleppt werden. Geschockt standen wir vor den wirklich grossen Säcken. Die bestimmt auch sehr schwer waren. Diese Aufgabe wurde allerdings – zum Glück – auf sehr resolute Art und Weise dem Sohnemann zugewiesen. Wir sind ihm dann nur gefolgt, um dann die Sachen aus den grossen Säcken zu nehmen, und hübsch zu drapieren.

Zurück von der Arbeit stand dann auch schon das Frühstück bereit. Irgendein extrem reichhaltiges Getränk mit Apfelstücken drin (extrem gut, habe aber leider nicht verstanden, was ausser Äpfeln noch mit drin war), Brot und Pfannkuchen. Das Brot wurde aufgeschnitten, der Pfannkuchen dazwischen gesteckt und das ganze dann als Sandwich verspeisen. Hatte einen interessanten Geschmack, da die Pfannkuchen eher deftig als süss waren (mit Spinat und so mit drin) und das Brot wiederum sehr süsslich war. Hat aber interessanterweise gut zusammengepasst. Hätte noch stundenlang weiteressen können 😉

Nach dem Frühstück ging es dann wieder zum Markt, wo ich meinen wunderbaren Schal erstand, und wo uns dann erklärt wurde, wie die Sachen entstehen. Die Frauen aus dem Dorf gehen nicht zum nächsten Shopping Center und kaufen dort ihre Wolle, wie wir das tun würden. Nein, selbstverständlich stellen sie auch die Wolle selber her, d.h. vom Alpaca, bis zur fertigen farbigen Wolle wird alles selbst gemacht. Wobei die Wolle mit natürlichen Färbemitteln gefärbt wird. Extrem interessant und schön zu sehen, dass man noch Naturprodukte kaufen kann, und so günstig. Mein Schal hätte ja nur 10 Euro gekostet. 5 habe ich bezahlt, Tochterrabatt sozusagen.

Anschliessend an diese interessante Marktführung ging es dann leider schon wieder weiter – dem nächsten Höhepunkt der Reise entgegen. Aber natürlich nicht ohne uns vorher noch gebührlich zu verabschieden. Dieses Mal half mir mein Bruder mit meinem Koffer (d.h. er hob ihn auf die Schulter hoch, trug ihn runter, und ich rannte hinterher). Die Hilfe gab es aber nur auf Anweisung der Mama 😉 Wieder in einem sehr resoluten Tonfall. Der Bruder war übrigens Mitte 20 😉 Also auch bei den Inkas hört man nie auf, Kind seiner Mama zu sein.

Am Dorfplatz unten haben wir uns dann alle nochmals besammelt, d.h. unsere ganze Reisegruppe und alle unsere Familien. Zum Abschied gab es dann nochmals ein Lied, und viele Tränen und Umarmungen. Als ich mich von meiner Mama verabschiedet habe, haben wir beide geweint. Bei so viel Herzlichkeit war es auch ein Leichtes, die ganze Familie sofort ins Herz zu schliessen. Und nicht nur mir ging es so. Andere aus unserer Reisegruppe haben auch geweint, als sie sich von ihrer Familie verabschieden musste.

Alles in allem ist dies meine bisher schönste Reiseerfahrung.

Mein liebstes Reisesouvenir (Blogparade)

Wie ich gerade auf dem Blog von Ulrike gesehen habe, gibt es gerade eine Blogparade, die mehr oder weniger ums Thema Reisen geht. Zur Blogparade aufgerufen hat Zypresse.

Wie meine Follower sicherlich schon mitgekriegt haben, war ich gerade in Peru, und diese Reise hat mich sehr stark beeindruckt. Aus diesem Grunde, und auch aus dem Grunde, dass ich selten was mitbringe, was wirklich von Dauer ist (aus China war es Tee, aus allen anderen Ländern Schnaps), ist mein liebstes Reisesouvenir aktuell ein Schal, den ich auch Peru mitgebracht habe.

Hier seht ihr die Bilder dazu:

Und dazu gibt es auch gleich eine Geschichte. Die nahtlos an meinen letzten Post über Peru anschliesst. An den Homestay. Den Schal hat nämlich meine Mama vom Homestay gestrickt. Habe ihn aber nicht geschenkt gekriegt, sondern ihn abgekauft. Die Frauen von dem Homestay veranstalten nämlich einen wöchentlichen Markt, wo wir gleich morgens, vor dem Frühstück, beim Aufbauen helfen durften. Bereits da fiel mir der Schal schon auf, weil ich ihn nämlich unter anderem am Stand drapiert habe, und ich die Farbe einfach liebe. Nach dem Frühstück war der Markt dann inzwischen offen – und ich bin gleich zurück. Schal anprobieren 🙂 Mein Bruder und meine Mama vom Homestay standen dabei um mich rum, und redeten irgendwas auf Spanisch auf mich ein. Von dem ich etwa so viel verstand wie „ich sehe damit sehr schön aus“. Da mir die Farbe glücklicherweise wirklich steht, war es dann auch keine Frage mehr, dass ich den Schal haben wollte. Natürlich gekauft und nicht geschenkt. Wir haben uns dann in der Mitte getroffen, d.h. ich habe ca. 5 Euro für den Schal bezahlt, also immer noch so gut wie geschenkt.

Da wir leider aktuell Sommer haben liegt er nun bei mir auf dem Sideboard, und wartet auf kältere Tage. Aber jedesmal, wenn ich daran vorbeigehe, zaubert er mir ein Lächeln ins Gesicht, weil er mich einfach an die Herzlichkeit meiner Inka-Mama vom Homestay erinnert.